Verzeichnis der Abbildungen

Literaturverzeichnis

Verzeichnis der Abbildungen

Einleitung

Bevor ich auf das Thema eingehe scheint es mir sinnvoll im Rahmen des Vorwortes den Werdegang von Josef Frank kurz darzustellen.

Die Entwicklung der Architektur der Zwischenkriegszeit war vor allem von einer Persönlichkeit bestimmt, die in ihren Überlegungen die nach dem ersten Weltkrieg veränderten politischen und sozialen Gegebenheiten erfasste und in ihrem Wirken berücksichtigte: nämlich Josef Frank. Geboren am 15.Juli 1885 in Baden bei Wien, studierte er dann Architektur an der Technischen Hochschule in Wien und war in der Folge Professor für Baukonstruktion an der Kunstgewerbeschule. Bereits seit 1908 unterhielt er enge Kontakte zu Adolf Loos. Josef Frank nahm eine führende Rolle im Werkbund ein, in dessen Jahrbuch er bereits 1916 vertreten ist. Er zählte zu den führenden Architekten der Zwischenkriegszeit und durfte als einziger Vertreter Österreichs ein Doppelhaus in der Werkbundsiedlung Stuttgart errichten, die Teil der 1927 vom Deutschen Werkbund durchgeführten Ausstellung „Die Wohnung“ war. Josef Frank gründete 1925 gemeinsam mit Oskar Wlach die Firma „Haus & Garten“. Dies war ein Wiener Einrichtungsunternehmen, für das Josef Frank leichte Möbel, Stoffe und Tapeten entwarf.[1] Er wird 1927 das österreichische Gründungsmitglied der CIAM (Congrès International d'Architecture Moderne) und war 1930 Leiter der Internationalen Werkbundsiedlung Wien. Für die Wiener Ausstellung wählt Frank nur Architekten aus, die in Stuttgart nicht vertreten waren. Es wurde eine Schau für das Wohnen und die Einrichtung, mit dem Ziel, den künftigen kommunalen Wohnbau zu beeinflussen. Dieses Ziel wurde aber nicht erreicht, da der Werkbund durch in den politischen Ereignissen begründeten Unstimmigkeiten gespalten wurde und Frank als Sozialist im Gegensatz zum „Neuen Werkbund“ stand. Josef Frank verließ 1934 Österreich, arbeitete und baute künftig in Schweden und hatte auf den schwedischen Wohnstil größten Einfluss, der ihm in Wien versagt blieb. Nach dem Krieg kam er mehrmals zu Vorträgen nach Wien, er konnte aber nicht veranlasst werden, wieder in Österreich zu wirken. 1965 erhielt er den Österreichischen Staatspreis für Architektur. Er selbst stiftete ein jährliches Reisestipendium für die Studierenden nach Schweden.[2] Am 8. Jänner 1967 starb Josef Frank in Stockholm.

Frank geht davon aus, dass kunstgewerbliche Gebrauchsgegenstände mit hohem Funktionswert in der Regel von Maschinen hergestellt werden, die genauer arbeiten als die Hand, die Gegenstände herstellen, deren Form errechnet wird. Immer mehr ist der reine Nützlichkeitsgehalt von Möbeln von Bedeutung und deswegen wird versucht, sie mit dem geringsten Aufwand herzustellen.

„Das erneute Kunstgewerbe wird zum Beispiel ein vornehmes Möbel nicht mehr herstellen, […], und der neue Sessel wird deshalb niemals so wertvoll sein können, wie der vielleicht weniger prunkvolle Alte.“[3] Dies ist einer von mehreren Aspekten, die die Gestaltung des Kaminsessels von Josef Frank beeinflusst haben.

Beschreibung des Objekts

Eine nüchterne Beschreibung des Kaminsessels von Josef Frank aus 1929 wird folgendermaßen aussehen:

Sessel mit Sprossenlehne, aus den Vorderbeinen gezogene Armlehnen, lackiert.

Proportionen

Der Kaminsessel ist ein Sitzmöbel das durch seine elegante Form und seine harmonischen Proportionen beeindruckt. Es handelt sich um ein Bugholz - Möbel bei dem die Armlehnen aus den runden Vorderbeinen gezogen sind und sich in leichtem Schwung auf die schmälere Rückenlehne zubewegen, mit der sie verbunden sind. Der Rahmen der Rückenlehne ist aus den Hinterbeinen gezogen und weist fünf zarte Lehnstäbe auf die durch eine Quersprosse verbunden sind. Diese Quersprosse ist ebenfalls aus rundem Bugholz und leicht nach außen gewölbt, so dass der Rückenlehne eine ergonomische Form gegeben wird. Blickt man von vorne auf den Sessel, bildet diese Quersprosse optisch die Verbindung der Armlehnen.

Die kompakte Sitzfläche aus astfreiem Buchenholz hat eine Sitzhöhe von 36 cm und weist in der Mitte eine flache Sitzmulde auf. Diese Sitzhöhe ist eher niedrig und gibt dem Sessel den Eindruck einer eleganten Bequemlichkeit. Auch die Sitzfläche wirkt nicht klobig sondern beinahe schwebend und leicht. Diese Leichtigkeit wird noch betont durch den Fußreif aus Bugholz der sich an die vier Sesselbeine in ihrem oberen Drittel anschmiegt.

In der Vorderansicht zeigt der Sessel deutlich eine vertikale und horizontale Gliederung. Die senkrechte Strukturierung wird durch die in die Rückenlehne übergehenden Hinterbeine gebildet und durch die Lehnstäbe zusätzlich akzentuiert. Die horizontale Strukturierung ergibt sich aus den Vorderbeinen, aus denen sich die Armlehnen entwickeln, die durch drei horizontale Elemente, nämlich die Quersprosse der Rückenlehne, die Sitzfläche und den Fußreif verbunden sind.

Material

Der Rahmen des Sessels - wenn man Beine, Armlehnen und Rückenlehne als Rahmen bezeichnen kann - ist, ebenso wie der Fußreif, aus astreinem Buchenholz hergestellt, das als rundes Bugholz verarbeitet wurde. Ebenso ist der Sitzteil aus qualitativ hochwertigem Buchenholz hergestellt. Das Holz ist fein geschliffen und mit einer Lackschicht versehen. Das Material ist typisch für die Verwendung in den damaligen Wiener Sesselfabriken, wie Thonet, Fischel, Josef Hofmann oder Jacob & Josef Kohn. Der Sessel wurde von Thonet produziert.

Leichtes Möbel

Frank betrachtete das Zeitalter des Handwerks als eine abgeschlossene Epoche der Geschichte und sah sich als Vertreter des Maschinenzeitalters, das kunstgewerbliche Erzeugnisse herstellt und sich im Wesentlichen auf Gebrauchsgegenstände beschränkt. „Das erneute Kunstgewerbe wird zum Beispiel ein vornehmes Möbel nicht mehr herstellen […] und der neue Sessel wird deshalb niemals so wertvoll sein können, wie der vielleicht weniger prunkvolle Alte.“[4]

„The furniture of our new „machine Age“ will stand apart from any attempt to be merely „decorative“, instead, it will represent a minimum of material, space, form and weight.“[5]

Diese Überlegungen von Frank haben dazu geführt, dass er sowohl die Gestaltung als auch das Material so auswählte, dass sehr leichte Möbel geschaffen wurden. Möbel sah Josef Frank als bewegliche Bestandteile des Wohlbefindens in der häuslichen Umgebung.

Die leichten Möbel Franks beeinflussten auch die bisherigen Modelllinien der Firma Thonet.

„Frank's elegantly simplified chairs […] posed an attempt to update Thonet's standard models while preserving the hint of Viennese charm and grace that had been their hallmark. As in his designs for Haus & Garten, he emphasized the role of color: the model A 63F chair […], for example, was offered in fourteen different colors. His intent was to make the chairs widely acceptable as possible; but they also expressed an implicit critique of the more severe tubular steel furniture of the German radicals.”[6]

Skizzen

Geschichte des Sessels und historische Bezüge

Die Bezeichnung „Sessel“ dürfte erst im 17 Jahrhundert für ein Sitzmöbel mit vier Beinen, die in das Sitzbrett eingezapft waren und eine durchbrochene Lehne hatten, üblich geworden sein. Schon ab dem 15. Jahrhundert wurden verschiedene Sitzmöbel üblich, die dem alltäglichen Gebrauch dienten und zumeist als Stühle („stoill“) bezeichnet wurden. In der deutschen Renaissance, bis zu der überwiegend Wand - und Fürbänke verwendet wurden, finden wir dann Pfostenstühle, Stühle mit Armlehnen, die meist mit Leder tapeziert waren. Der Stuhl als Pfostenmöbel bot die Möglichkeit leichtere und beweglichere Sitzmöbel zu schaffen. Schon im Spätmittelalter war der dreibeinige Pfostenstuhl mit einer verhältnismäßig kleinen dreieckigen Sitzfläche und einer sehr steifen Einpfostenlehne in Gebrauch und dürfte bis ins 17. Jahrhundert neben dem solideren vierbeinigen Sessel verwendet worden sein. (vgl. Leopold Schmidt, Wien, Stuhl und Sessel, Zur Geschichte des europäischen Sitzmöbels [7]). Aus diesen Pfostenstühlen entwickelten sich die Sessel und Stühle der späteren Modeströmungen.

Frankreich

Während zu Beginn des 17. Jahrhunderts der Sessel in den französischen Wohnungen eher selten war, gab es um die Jahrhundertmitte bereits vielerlei Stühle in verschiedenen Ausformungen, z.B. Stühle mit hoher und niedriger Rückenlehne, Armstühle mit spiralig gedrehten Stützen, Beinen und Stegen. In der weiteren Entwicklung nahmen die Möbel immer gekurvtere Formen an, die Arbeit des Schnitzers trat in den Vordergrund. Vor allem im 19. Jahrhundert wurden Imitationen von Stühlen aus der Zeit Ludwigs XIV. und seiner Nachfolger hergestellt. Das Rohrgeflecht war seit dem 17. Jahrhundert nicht nur in Frankreich beliebt. Es wurde vor allem bei alltäglichen Stühlen für Sitzfläche und Rückenlehne verwendet und wurde im 19. Jahrhundert besonders populär. (vgl. Christopher Payne, Stilmöbel Europas [8])

England

Aus politischen und wirtschaftlichen Gründen wanderten viele Pariser Tischler um die Mitte des 19. Jahrhunderts nach London aus und stellten dort Möbel nach französischem Stil her. Umgekehrt waren in Paris Möbel nach englischem Design beliebt. Während viktorianische Möbel übertriebene Zierformen aufwiesen, waren französische Stücke in Form und Linienführung weit zurückhaltender. Die Pariser Weltausstellung 1878 weckte das Interesse an der Neorenaissance und führte dazu, dass derartige Sitzmöbel in England sehr beliebt und auch dort hergestellt wurden. (vgl. Christopher Payne, Stilmöbel Europas)[9] „Mit großer Gewissheit sind mehr Möbel in französischen […] Stilen, die sich auf dem englischen Markt befinden, in England hergestellt worden als allgemein angenommen wird. Obwohl reiselustige Briten von ihren ausgedehnten Touren oft Möbelstücke mit ins Land brachten, gaben sich andere damit zufrieden, ähnliche Stücke als Erinnerungen in England anzuschaffen. […] Mit Sicherheit ist der englische Möbelhandel für die Produktion von mehr kontinentaleuropäischen Möbeln verantwortlich als allgemein angenommen wird, […]“. [10]

Neues Wohnen aus dem Blickwinkel J. Franks

Die ersten selbstständig geplanten Bauten Josef Franks‘ waren die flachgedeckten kubischen Häuser in der Wildbrandtgasse. (Wien 19, Wildbrandtgasse 3 und 11) Frank hatte schon während des Studiums mit seinen Studienkollegen Oskar Strnad, Oskar Wlach und Hugo Gorge zusammengearbeitet und teilweise gemeinsam mit Oskar Strnad Motive und Grundgedanken entwickelt, deren typenbildende Funktion in diesen Häusern zum Ausdruck kommt.

(vgl. Iris Meder, Die Sprache Josef Franks) [11]

Zusammenfassend hat Iris Meder diese Prinzipien wie folgt formuliert: „die Baukörperform des zur Sonne hin abgetreppten Quaders;

subtile Brüche in scheinbar symmetrischen bzw. axialen Aufriss-Systemen;

das Durchbrechen großer, massiv wirkender Wandflächen durch kleine Öffnungen; der Wand raumbildend vorgelegte Gitterstrukturen;

die innere Wegeführung Windfang - Vorraum - Wohnzimmer mit Achsenknicken und sich steigernden Raumvolumina;

der von zwei Seiten belichtete, durch die ganze Haustiefe gehende L-förmige Wohnraum;

die optische Öffnung zum Außenraum mit großen Fenstern bei kleinen Türen.“

In seiner Schrift „Das Haus als Weg und Platz (1931)“[12] leitet Frank das moderne Wohnhaus aus dem Bohêmeatelier im Mansardedach ab und stellt fest, dass dieses alles enthält „was wir in den darunterliegenden, planvoll und rationell eingerichteten Wohnungen vergeblich suchen: Leben. Große Räume, große Fenster, viele Ecken, krumme Wände, Stufen und Niveauunterschiede, Säulen und Balken, Zwischenraum - kurz all die Vielfältigkeit, die wir im neuen Haus suchen um der trostlosen Öde des rechteckigen Zimmers zu entgehen.“ […]

„Die Arbeit des Architekten ist nun das Ordnen all dieser Elemente des Dachausbaus zu einem Haus. Ein gut organisiertes Haus ist wie eine Stadt anzulegen mit Straßen und Wegen, die zwangsläufig zu Plätzen führen, welche vom Verkehr ausgeschaltet sind sodass man auf ihnen ausruhen kann.“ In diesem Zusammenhang hebt Frank die Bedeutung der Stiege im Haus hervor, die der kontinuierlichen Führung durch die Räume des Hauses dient. Der rechteckige Wohnraum sei der zum Wohnen ungeeignetste, er sei nur „als Möbelmagazin sehr praktisch“. In guten Räumen sei es ganz gleichgültig „welcher Art die darin aufgestellten Möbel sind, vorausgesetzt, dass sie nicht so groß sind, dass sie Architekturteile werden“. Den Mittelpunkt des Hauses bilde der Sitzplatz, die „Piazza des Hauses“. Das Fehlen dieses Formalen Zentrums wäre es auch, „was das rechteckige Zimmer so unbewohnbar mache“.

Möbel sollen nicht dekorativ sein, sondern es wird der Möbeltypus des „Maschinenzeitalters“, „nur das eine Ziel haben, ein Minimum an Material, Raum, Form und Gewicht zu repräsentieren und ein Minimum an Pflege und Erhaltung zu beanspruchen. (vgl. Josef Frank, Einzelmöbel und Kunsthandwerk [13])

Frank wendet sich auch gegen eine Unverrückbare Ordnung von Möbeln, gegen Möbel, „die für einen bestimmten Platz gemacht sind, und deren Umstellen die Harmonie stören würde.“ Möbel sollen dahin hingestellt werden wo man sie gerade braucht daher sollen Möbel auch so leicht wie möglich sein und nicht ein Teil der Architektur werden (vgl. Josef Frank, Raum und Einrichtung [14]).

Haus und Garten 1925

Gemeinsam mit Oskar Wlach gründete Frank im Jahr 1925 das Einrichtungsunternehmen „Haus & Garten“. Der Verkaufsraum des Unternehmens war in der Bösendorferstrasse in Wien.

Abbildung 3

Das Produktionsprogramm des Unternehmens umfasste Sofas, Sessel, Tische, Bette und Schreibtische ebenso wie Lampen, Polster und bedruckte Textilien. „Haus & Garten“ erzeugte leichte und frei kombinierbare Einrichtungsgegenstände. Sie waren von amerikanischen Shaker- Möbeln beeinflusst, die sich durch hohe Funktionalität, klare Linienführung und einfache schmucklose Ausführung auszeichneten, und standen in scharfem Gegensatz zum „Garniturdenken“ der Wiener Werkstätte, die vom Art Dèco geprägt waren. „Haus & Garten“ wurde schnell bekannt und konnten zahlreiche Wohnungen und Einfamilienhäuser sowohl in Wien als auch im Ausland eingerichtet werden, die international Beachtung fanden und publiziert wurden. (vgl. Meder, Iris: Josef Frank 1885-1967 Eine Moderne der Unordnung)[15]

Werkbundsiedlung Stuttgart 1927

Als Bestätigung seiner Bekanntheit wurde Frank zu der im Sommer 1927 durchgeführten Deutschen Werkbund Ausstellung eingeladen, die im Stuttgarter Vorort Weissenhof stattfand. Nahezu jeder bedeutende europäische Architekt war Teilnehmer der Ausstellung, wie beispielsweise Le Corbusier, Pierre Jeanneret, Gropius, Peter Behrens, Adolf Schneck oder J.J.P. Ouds und Victor Bourgois. Franks Teilnahme war nicht unumstritten, da ihn manche für zu konservativ hielten, er dürfte aber als Kompromisskandidat für Adolf Loos ausgewählt worden sein , der wegen seiner ablehnenden Haltung zum Werkbund nicht akzeptiert wurde. Er war der einzige Österreicher, der nach Stuttgart eingeladen wurde.

Frank gestaltete zwei Einfamilienhäuser, zweigeschossig, mit einem zurückgesetzten Obergeschoss mit durchlaufender Terrasse, die als Einzelhaus, Doppelhaus oder Prototyp von Reihenhäusern verwendet werden konnte. (Vgl. Long, Christopher: Josef Frank life and work)[16]. Er gestaltete auch die Inneneinrichtung. Die Vorstellungen Franks fanden nicht die ungeteilte Zustimmung anderer Werkbund Architekten, insbesondere kam es zu Unstimmigkeiten mit Le Corbusier, der Frank zu konservativ fand.

Werkbund Congress Wien 1930

Nach Streitigkeiten innerhalb des Österreichischen Werkbundes, der 1912 gegründet worden war, gründete Josef Hoffmann seinen eigenen Wiener Werkbund. Nach verschiedenen Bemühungen gelang es erst 1928 insbesondere auch auf Grund von Bemühungen von Frank und Hoffmann die Organisationen wieder zu vereinen. Unter Franks Führung erblühte der Werkbund mit neuen Aktivitäten und unterstützte eine Reihe von Ausstellungen in Wien wie „Neues Bauen“ 1929 oder „Film und Foto“ 1930. Ebenfalls 1930 wurde dann der Deutsche Werkbundkongress in Wien durchgeführt, anlässlich dessen Frank und Wlach eine Auswahl von „Haus & Garten“ - Möbeln präsentierten. Insbesondere erweckte aber Franks Tee - Raum größte Aufmerksamkeit. (vgl. Long, Christopher: Josef Frank life and work)[17]

Abbildung 5 ( Long S. 121 Abb. 115)

„The simple arrangement of light - green lacquered chairs and tables (executed by Thonet), red piano, and walls of different pastel colors left a deep impression on many visitors.”[18]

Der neue Sessel - Der Einfluss J. Franks auf die Gestaltung modernen Gebrauchsguts

In einer Schrift aus 1931[19] hat sich Frank sehr klar zu den Möglichkeiten der industriellen Herstellung von Hausrat geäußert und festgestellt, „dass die Maschine fast jede gewünschte Form herstellen kann, und dass deshalb das Handwerk als erzeugende Kraft immer mehr an Bedeutung verloren hat.“ Nur weil sehr viele Exemplare hergestellt werden, seien Massenerzeugnisse nicht unbedingt wertvolle oder endgültige Typen oder Normen. „Die heutige Modeform des Sessels ist zum Beispiel geradlinig, kubisch und aus Stäben zusammengesetzt, trotzdem all dies dem Wesen des Sessels widerspricht, der sich in all seinen Teilen dem menschlichen Körper anschließen und deshalb diesem ähnliche Formen haben muss. Die geraden Stäbe sind auch tatsächlich in vielen Fällen billiger und genügen für mäßig gutes Sitzen, und deshalb wird fälschlicherweise oft die Ansicht propagiert, dass der gerade Stab die natürliche Form des Holzes und der Maschine ist. Wäre zum Beispiel das wirklich bequeme Auflegen der Arme auf die Stützen von großer Wichtigkeit, so wären deren Formen schon typisiert und könnten in großen Mengen leicht und billig hergestellt werden.“ […]

Die Einfachheit und schmucklose Form der heutigen Gegenstände sei keine Folge der maschinellen Herstellung - da Maschinen komplizierte Holzformen und reich verzierte Gegenstände herstellen könnten - das Einfache sei lediglich eine ästhetische Forderung, es gefalle uns einfach besser. Einfachheit bedeute „aber keineswegs Geradlinigkeit oder die Anwendung irgendeiner geometrischen Form. Diese Form wird immer eine organische sein, während die geometrische und geradlinige in der Regel affektiert und leblos bleibt; […]“.

Mit dieser Interpretation setzt sich Frank bewusst in Gegensatz zu anderen Möbeldesignern seiner Zeit, wie beispielsweise Marcel Breuer, der mit seinem „Stahlclubsessel“ die geometrische Form perfektionierte.

Seine Vorstellungen hat er aber konsequent in seinen Entwürfen umgesetzt, die von Thonet produziert und vom Markt angenommen wurden. Dass er deswegen bei manchen seiner Berufskollegen als konservativ galt, hat er offenbar in Kauf genommen.

Resümee

Literaturverzeichnis

Spalt, Johannes (Hrsg.): Josef Frank 1885-1967, Zusammenstellung und Gestaltung Johannes Spalt, Hermann Czech, Wien: Hochschule für Angewandte Kunst 1981

Long, Christopher: Josef Frank life and work, Chicago: Univ. of Chicago Press 2002

Meder, Iris (Hrsg.): Josef Frank 1885-1967 Eine Moderne der Unordnung, Verlag Anton Pustet, Wien

Payne, Christopher: Stilmöbel Europas, Battenberg Verlag, Augsburg, 1990

Studia ethnographica et folkloristika in honorem Béla GundaLink, redigerunt J. Szabadfalvi, Z. Ujváry, Verlag LinkKossuth Lajos Tudományegyetem, Debrecen, 1971

Verzeichnis der Abbildungen

Abbildung 1 http://www.design-tradition.at/dt.php?Sel=4&ObjectID=41&BildNr=0

Abbildung 2 http://www.design-tradition.at/dt.php?Sel=4&ObjectID=41&BildNr=1

Abbildung 3 Long, Christopher: Josef Frank life and work, Chicago: Univ. of Chicago Press 2002, S. 93

Abbildung 4 Long, Christopher: Josef Frank life and work, Chicago: Univ. of Chicago Press 2002, S. 121

[1] Long, Christopher: Josef Frank life and work, Chicago: Univ. of Chicago Press 2002

[2] Spalt, Johannes (Hrsg.): Josef Frank 1885-1967, Wien: Hochschule für Angewandte Kunst 1981

[3] Josef Frank: Kunst, Kunsthandwerk und Maschine (1923), in Spalt, Johannes (Hrsg.): Josef Frank 1885-1967, Wien: Hochschule für Angewandte Kunst 1981, S.65

[4] Josef Frank: Kunst, Kunsthandwerk und Maschine (1923), in Spalt, Johannes (Hrsg.): Josef Frank 1885-1967, Wien: Hochschule für Angewandte Kunst 1981 S.65

[5] Long, Christopher: Josef Frank life and work, Chicago: Univ. of Chicago Press 2002 S.87

[6] Long, Christopher: Josef Frank life and work, Chicago: Univ. of Chicago Press 2002 S.120

[7] In Studia ethnographica et folkloristica in honorem Béla Gunda in honorem Béla Gunda, redigerunt J. Szabadfalvi, Z. Ujváry, Verlag LinkKossuth Lajos Tudományegyetem, Debrecen, 1971, S. 349 - 359

[8] Christopher Payne, Stilmöbel Europas, Battenberg Verlag, Augsburg, 1990, S. 177 - 207

[9] Christopher Payne, Stilmöbel Europas, Battenberg Verlag, Augsburg, 1990, S. 300 - 302

[10] Christopher Payne, Stilmöbel Europas, Battenberg Verlag, Augsburg, 1990, S. 303

[11] Iris Meder, die Sprache Josef Franks in Josef Frank 1885-1967 Eine Moderne der Unordnung, Hg. Iris Meder, Verlag Anton Pustet S.33

[12] Josef Frank, Das Haus als Weg und Platz, in Spalt, Johannes (Hrsg.): Josef Frank 1885-1967, Wien: Hochschule für Angewandte Kunst 1981 S.36 und 37

[13] Josef Frank, Einzelmöbel und Kunsthandwerk in Josef Frank 1885-1967 Eine Moderne der Unordnung, (Hrsg.): Iris Meder, Verlag Anton Pustet, Wien, S. 128

[14] Josef Frank, Raum und Einrichtung (1934) in Spalt, Johannes (Hrsg.): Josef Frank 1885-1967, Wien: Hochschule für Angewandte Kunst, 1981, S.97

[15] Josef Frank 1885-1967 Eine Moderne der Unordnung, Meder Iris (Hrsg.): Verlag Anton Pustet, Wien, S.39

[16] Long, Christopher: Josef Frank life and work, Chicago: Univ. of Chicago Press 2002, S. 104

[17] Long, Christopher: Josef Frank life and work, Chicago: Univ. of Chicago Press 2002, S. 118 - 121

[18] Long, Christopher: Josef Frank life and work, Chicago: Univ. of Chicago Press 2002, S. 121

[19] Josef Frank: Zum Formproblem, in Spalt, Johannes (Hrsg.): Josef Frank 1885-1967, Wien: Hochschule für Angewandte Kunst 1981, S. 212, 213

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